Das Hören

Alle Eindrücke, die das Kind mit den Ohren aufnimmt und in seinem Gehirn verarbeitet, bezeichnet man als auditive Wahrnehmung. Sie befähigt dazu, akustische Reize aufzunehmen, zu unterscheiden, einzuordnen, zu interpretieren, mit früheren Erfahrungen zu verbinden und entsprechend darauf zu reagieren.

In Anlehnung an Zimmer 2005; Barth 2006 unterscheiden wir 6 Bereiche:

  1. auditiver Aufmerksamkeit
  2. auditive Lokalisation
  3. auditive Figur-Grundwahrnehmung
  4. auditive Diskrimination
  5. auditive Merkfähigkeit
  6. dichotisches Hören

 

1. Mit auditiver Aufmerksamkeit wird die Konzentration auf Gehörtes bezeichnet.
Betroffene sind nicht in der Lage, sich auf wichtige akustische Reize einzustellen.Sie fallen durch eine erhöhte Ablenkbarkeit auf.

2. Die auditive Lokalisation beschreibt die räumliche Einordnung einer Geräuschquelle, die Ortung einer Richtung.
Betroffene haben Probleme, sich in Gruppengesprächen dem jeweiligen Sprecher zuzuwenden. Sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen, wenn sie gerufen werden.

3. Die auditive Figur-Grundwahrnehmung erfasst die Fähigkeit, sich auf den wichtigsten auditiven Reiz zu konzentrieren, Reize aus dem Hintergrund, den Nebengeräuschen, herauszulösen.
Betroffenen bereitet es Schwierigkeiten, Sprache aus lautem Hintergrundgeräusch oder bei ungünstiger Raumakustik zu verstehen.

4. Die auditive Diskrimination bezeichnet die Fähigkeit zur Unterscheidung von Lauten (Konsonanten, Vokale) Lautkombinationen und Tönen.
Die Identifikation, Analyse, Synthese und Ergänzung ermöglicht das Verständnis von Sätzen und ist somit eine wichtige Voraussetzung für den Spracherwerb.

Betroffene zeigen je nach Ausprägung Sprachverständnisprobleme bei Sprachentwicklungsstörungen, einfache Lautbildungsfehler und Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb. Ähnlich klingende Laute oder Worte werden verwechselt (d-t, k-g, Haus-Maus, Hase-Nase). Der lange und kurze Vokal werden nicht unterschieden, was die Verwendung der Schärfungs- und Dehnungszeichen erschwert.

5. Die auditive Merkfähigkeit beschreibt die Fähigkeit, Gehörtes zu speichern, wiederzuerkennen und wieder abrufen zu können. Dazu gehört auch die Fähigkeit, die Reihenfolge (Sequenzen) von Lautereignissen zu behalten. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für das Lesenlernen.
Betroffenen fällt es schwer, sich Reime, Geschichten, Verse, Wörter und Zahlenreihen zu merken. Bei Diktaten oder komplexen mündlichen Aufgabenstellungen erfolgt ein häufiges Nachfragen. Es bereitet Schwierigkeiten, komplexere Handlungsaufträge auszuführen.

6. Das dichotische Hören ist die Fähigkeit, auf beiden Ohren gleichzeitig eintreffende unterschiedliche Stimuli zu trennen oder zu erkennen. Verschiedene Sprachinformationen können gleichzeitig aufgenommen und verstanden werden.
Betroffene haben Schwierigkeiten, Gesprächen in Gruppen zu folgen (unterschiedliche Schallquellen), können nichts verstehen, wenn durcheinander gesprochen wird. Wichtige Informationen können von unwichtigen nicht getrennt werden. Schallquellen können nicht zugeordnet werden. In einer großen Gruppe sind die Betroffenen beim Angesprochenwerden schnell überfordert.


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